Die wunderbaren Zufälle

Die Geschichte rund ums Blauland

 

Zufall – oder was sonst? Eine geradezu unglaubliche Geschichte um ein Kinderbuch, aus dem jetzt ein Familienmusical geworden ist: Autorin Tina Rau und Komponist Hans-Ulrich Pohl haben als Jugendliche dicht
beieinander gewohnt – aber sich nie kennengelernt. Ihre künstlerische Tätigkeit hat sie erst viel später zusammen geführt. Vielleicht sind sie einmal im gleichen Schulbus gefahren, vielleicht sich auch mal irgendwo begegnet. Niemals aber bewusst. Jeder ist seinen eigenen Weg gegangen – sie hat in Reutlingen eine sozialpädagogische
Ausbildung absolviert, er wurde Polizist, studierte Jura und ist heue erfolgreicher Musiker, Produzent und Komponist. Dass sie 1988 ihr erstes Kinderbuch mit dem Titel „Kennt Ihr Blauland?“ geschrieben hat, just im gleichen Jahr, als er mit seinem Stimmungslied „Hintertux-Toni“ seine erste Platte gemacht hat, konnte keiner der beiden ahnen.

Als Pohl mit seiner Familie nach Heiningen umgezogen war, stellte das Schicksal die Weichen. Eine Praktikantin jenes Kindergartens, den eine Pohl-Tochter besuchte, war von dem Kinderbuch „Kennt Ihr Blauland?“, damals längst ein Bestseller, begeistert gewesen, und wollte im Jahre 2000 dieses Buch als Singspiel im Rahmen ihrer Ausbildung als Erzieherin aufführen. Sie wandte sich an Pohl, den diese Idee faszinierte. Er half der Praktikantin dann dieses Projekt in größerem Rahmen durchzuführen und produzierte die ersten vier „Blauland-Lieder“ zu der Geschichte von Tina Rau. Tina Rau war von den Liedern sofort begeistert und willigte gern in die Bearbeitung des Buches als „Singspiel“ durch Pohl ein. „Ich hab von den Liedern eine Gänsehaut gekriegt“, erzählt die Autorin. Die Aufführungen wurden ein Erfolg.

 

Bei einem Treffen mit Tina Rau, die im Rheinland lebt, wurden neue Pläne geschmiedet und die weitere künstlerische
Zusammenarbeit besiegelt. Sie stellten plötzlich fest, dass sie beide aus dem oberen Filstal stammen und dass in ihrer beiden Leben etwas Gemeinsames eine Rolle gespielt hat: eine Verstärkeranlage „Echolette“. Denn Tina Rau hatte in jugendlichen Jahren in einer Rockband gesungen – und sich die Technik dazu gebraucht gekauft. Pohl stutzte. Tatsächlich: Die Verstärkeranlage, die sie ihm zeigte, war einst seine gewesen. Er erkannte sie zweifelsfrei an den Markierungen, die er für bestimmte Klangeinstellungen des Bandechos angebracht hatte.

Was Tina Rau erlebt, insbesondere im Umgang mit Kindern, fließt in ihre Geschichten ein. Im Blauland entdecken ihre Fizzli-Puzzlis, wie wichtig es ist, den anderen zu verstehen und das mit Liebe eine Brücke gebaut werden kann. In mehreren Auflagen ist dieses Buch inzwischen verkauft worden.
Aus dem Singspiel ist nun ein Werk für die ganze Familie geworden.